Gemeinsam stark gegen Windräder – ein Dorf wehrt sich.
In Kürze wird sich zeigen, wie erfolgreich sich ein kleines Dörfchen in Lothringen gegen einflussreiche Industrieunternehmen zu wehren versteht.
In der noch idyllischen Gemeinde Domptail - en - l’Air wird sich in nächster Zeit voraussichtlich einiges tun. Denn der Bau von 16 Windrädern scheint offenbar bereits beschlossene Sache zu sein. Ob sich dieses geplante Vorhaben allerdings auch langfristig durchsetzen lassen wird, steht nach Meinung der Dorfbewohner noch immer in den Sternen. Fakt ist jedenfalls, dass sie sich in jeder Hinsicht gegen die drohenden Baumaßnahmen zur Wehr setzen werden. Notfalls wird seitens der dort lebenden Bürger gar eine vollständige Räumung des Dorfes in Erwägung gezogen.
Soll heißen: wird der Bau der modernen Windkraftanlagen in der unmittelbaren Nähe des dörflichen Umgebung tatsächlich durchgesetzt, so ist jeder der dort ansässigen Bewohner bereit, sein Haus zu verkaufen. Die Folge ist dementsprechend die letztendliche Auflösung des Dorfes. Würde es tatsächlich zum Bau der Windkraftanlagen kommen, so wäre ein umgehender Verkauf der Häuser ohnehin vonnöten, wollen die Hausbesitzer nicht auch noch einen mindestens 40prozentigen Wertverlust ihrer Eigenheime in Kauf nehmen.
Ein jedes der Windkrafträder soll etwa 140 Meter hoch sein und stellt demzufolge eine Verschandelung des bislang noch schönen Landschaftsbildes der Umgebung dar. Aber das ist noch nicht alles, denn als weitaus schlimmeres Übel wird die drohende Lärmbelästigung betrachtet: mehr als 100 Dezibel werden Tag und Nacht für eine echte nervliche Zerreißprobe bei den Dorfbewohnern sorgen.
Die Meinung der von den Planern selbst eingeschalteten Gutachter lautet allerdings gegenteilig, denn angeblich würde der gesetzlich erlaubte Grenzwert nach dem Bau der Windräder zu keinem Zeitpunkt überschritten. Der Ortsvorsteher der – noch – existierenden Gemeinde vertritt wiederum die Ansicht, dass die „Fachleute“ ihr Urteil vielmehr zugunsten der Unternehmer gefällt hätten, von denen sie schließlich auch bezahlt würden….
Trotz allem betonen die Dorfbewohner, dass sie keineswegs gegen die Errichtung von Windrädern im Allgemeinen seien – solange sie in Industriegebieten oder an anderen geeigneten Orten platziert würden.
hdreier schrieb am 31. Oktober 2008 @ 14:34
Nun, die Objektivität dieses Artikels sei einmal dahin gestellt.
100 Dezibel durch Windkrafträder kann ich mir kaum vorstellen… in der gemeinen Disko sind jedenfalls nur 90 Dezibel erlaubt. Ein derartiger Wert müsste somit automatisch zur Stillegung der Anlage gleich nach dem Bau führen, womit das Problem der Dörfler direkt gelöst wäre.
Windkraft ist gut und kann eigentlich nur gefördert und befürtwortet werden. Alerdings sollte kritisch gesehen werden wie und wo und in welchem Umfang solche Anlagen entstehen. Ein oder zwei Windräder kommen mir kaum lanschaftsverschandelnd vor, mehrere Dutzend auf einem Fleck können die Landschaft jedoch schon sehr nachhaltig verändern. Und Mindestentfernungen zu Wohnhäusern sollten selbstverständlich auch eingehalten werden.
Mir persönlich ist jedoch schon Folgendes wiederfahren: Ich war nachts auf der A19 (denke ich) Nähe Müritz unterwegs und auf dem freien Feld links und rechts entlang der Bahn befindet sich dort eine ausgedehnte Windkraftanlage. Die Windräder selbst waren im Dunkeln natürlich nicht zu erkennen, die roten Signallichter der einzelnen Räder jedoch schon. Somit blinkte es munter links und rechts in meinem Sichtfeld… mit dem Ergebniss, dass ich in kürzester Zeit Kopfschmerzen bekam und unter Übelkeit litt… Man, war ich froh als ich wieder von der Autobahn runter war!