Vor einiger Zeit wurde die Idee der CO² Bilanz geprägt. Durch diese Bilanzierung soll jedermann beurteilen können, wie klimaschädlich der eigene Lebensstil ist und was und wie viel man selber als Einzelner tun muss, um wieder klimaneutral oder vielleicht sogar klimafreundlich zu werden. Im Wesentlichen hat sich daraufhin die Idee verbreitet, dass man durch das Pflanzen von Bäumen seine CO² Bilanz verbessern kann.
Mittlerweile gibt es sogar global geführte Baumpflanzkampagnen bei denen man sich auf das Pflanzen eines Baumes einschwören kann.
Wer nun aber auszieht um einen Baum zu pflanzen, sollte unbedingt einige Dinge beachten, um auch nachhaltig seine CO² Bilanz verbessern zu können!
- Beim Kauf des Sätzlings weisen Sie den Verkäufer ausdrücklich darauf hin, dass er nun das bereits in diesem Bäumchen enthaltene CO² aus seiner Bilanz streichen muss, da es sonst zu einer Doppelbilanzierung käme.
- Pflanzen Sie den Baum unbedingt auf eigenem Grund und Boden, da sie sonst Ihren Anspruch auf die positive CO² Bilanzierung verlieren würden.
- Bedenken Sie, dass Bäume nur allmählich durch fortlaufendes Wachstum der Atmosphäre das klimaschädliche CO² entziehen. Eine sofortige Pauschalbilanzierung des gesamten CO² das zukünftig durch Ihren neuen Baum gespeichert wird, wäre genauso als wenn Sie bei einer Bank ein Sparkonto eröffnen und sich unmittelbar die (geschätzten) Zinsen für die nächsten 100 Jahre auszahlen ließen.
- Folglich können Sie Ihre Bilanz durch zusätzliche Eigenleistung verbessern indem Sie das Wachstum des Baumes positiv fördern. Aber achten Sie hierbei auf den Energieaufwand und wieviel CO² wiederum durch Erzeugung der notwendigen Energie produziert wurde.
- Sorgen Sie dafür, dass Ihr Baum NIEMALS klimaschädlich verwertet wird. Wird Ihr Baum verbrannt oder verrottet er im Erdboden entweicht IHR CO² sofort wieder in die Atmosphäre und Sie müssten rückwirkend Ihre gesamte CO² Bilanz ändern! Selbst eine Weiterverarbeitung zu z.B. Möbeln kann unter Umständen nur eine Übergangslösung sein, denn werden diese verbrannt oder verrotten sonst wie, so ist das CO² auch wieder zurück in der Atmosphäre. 6.Stellen Sie in Ihrem Testament sicher an wen Ihr CO² vererbt werden soll. Denn was für ein Erbe für unser aller Enkel und Urenkel wäre es, wenn nach Ihrem Tode Ihre CO² Bilanz nachträglich ruiniert wird?
Natürlich kann es aus Gründen des Umweltschutzes kaum genug Bäume auf der Welt geben. Klimatechnisch bildet ein einzelner Baum aber immer eine Null Summe, da früher oder später die Lebensspanne des Baumes endet und das gespeicherte CO² wieder freigesetzt wird. Nur durch Aufforstung und nachhaltiger Bewirtschaftung neuer Flächen kann man der Atmosphäre auf diese Art CO² entnehmen und neue natürliche CO² Speicher schaffen. Alternativ kann man aber auch entsprechende Mengen (uhm... durchschnittlich 10,88 Tonnen pro Jahr pro in Deutschland,richtig? Das entspricht wohl in etwa einer ausgewachsenen Buche... Na denn, viel Spaß beim Schleppen!) an CO² haltigem Material wie Holz oder sonstiger Biomasse aufkaufen und luftdicht entweder vergraben oder im Meer versenken.
Das Ganze erinnert doch stark an den mittelalterlichen Ablasshandel der Kirche, wo heutzutage moderne Klimasünder ihr Gewissen frei kaufen können. Einige Ideen kommen halt nie aus der Mode... Ich vermute nur, dass es effizientere Methoden gibt Umwelt und Ressourcen zu schonen als für die Großindustrien rund um die Forstwirtschaft zu spenden.
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